Schweinskopfgrippe (Teil 1)

Wie ein Virus lernte die Welt zu lieben

Ein besseres Kastrophenmarketing erfuhr wohl noch keine andere Grippeart als die Schweinegrippe.
Ihre Halbwertszeit in den Medien ist noch nicht annähernd erreicht. Tsunamis, Erdbeben, Hungersnöte lassen unser Mitgefühl schon nach kurzer Zeit (2 bis 4 Wochen) erkalten und sind nach Ablauf des so ermittelbaren Verfallsdatums keine Meldung mehr Wert. Wer will, zahlt bei dieser Gelegenheit einen Ablassbrief in Form einer Spende. Wir haben uns gegruselt und ein gutes Werk getan. Dazu sind Katastrophen schließlich da. Wir festigen unser Gutmenschenselbstbild und reinigen unsere sündige Wir-sind-im-reichen-Teil-der-Weltgeboren-da-kann-ich-schließlich-auch-nix-dafür-Seele.

Dieses Mal ist es anders. Die Katastrophe weitet sich weltweit aus und wir gehören plötzlich dazu. Die UNO ruft die höchster aller Pandemiestufen aus, und die muss es doch wissen und handelt schließlich panmondial, block- und systemübergreifend und meint es mit uns allen nur gut.

Plötzlich sind wir mitten drin in dem Schlamassel. Der Schweinegrippenvirus kann überall lauern: an jeder Türklinke, Einkauswagen im Supermarkt, jedes Husten und Schniefen in unserer unmittelbaren Umgebung ist verdächtig.
Wir haben lange genug auf ihn gewartet, wie er sich so aus Mexiko über Nordamerika den Weg auch endlich zu uns nach Europa gebahnt hat. Endlich sind wir keine Zuschauer mit schlechtem Gewissen mehr. Wir stecken mittendrin. Wir sind Papst und Weltgemeinschaft.

Aber beginnen wir von vorn und arbeiten uns durch die Wechselbäder dieser weltweiten Bedrohung anhand von Artikeln, die das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ uns zubereitet hat, auf dass wir als informierte Bürger und Bürgerinnen eine wohlfundierte Meinung bilden können. (Ich hätte auch andere Printmedien heranziehen können.)

Der Beginn ist fast willkürlich -wer weiß schon, wo der erste zur Schweinegrippe mutierte Virus wirklich aufgetreten ist- und klingt ein wenig bizzar. So meldet „Der Spiegel“ am 03.05.2009: „Neuer Grippe-Erreger – Erstmals Infektion bei Schweinen nachgewiesen“ Wir lernen, dass sich Schwein und Mensch nach engem und líebevollem Kontakt gegenseitig mit Grippe anstecken können und dass ein Landwirt aus Kanada seine Schweine nach einem Mexikoaufenthalt infiziert hat.
Nun möchte ich wirklich mal wissen, was der Landwirt in Mexiko so getrieben hat, dass er den Virus vom mexikanischen Schwein auf sich und dann wieder auf seine Schweine zu Hause in Kanada übertragen hat.
Ich denke bei mir, das Fremdgehen ist halt so eine Sache und insbesondere im Ausland und Gott sei Dank bin ich Vegetarier. Gut, manchmal noch Fisch, aber das war es dann aber auch. Ich bin ja nicht gerade religiös, aber ein sündiges Leben straft der, ja, ich weiß auch nicht wer und nun muss die ganze Welt dafür büßen.
Praktische Informationen gibt uns der genannte Artikel dann auch noch: Wir können weiterhin Schweinefleisch verzehren, wenn es gekocht wurde (Achtung Gefahr durch Schweinemett!) und 18 Länder seien mittlerweile betroffen. Nur wir noch nicht. Aber es ist ja auch erst Mai.
Fortsetzung folgt…

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: