Schlecker-Heuchelparade: Transfergesellschaft

Wenn Partei-PolitikerInnen fast jeglicher Couleur vor laufenden Kameras fast weinend die böse FDP-3-Pünktchen-Partei in die assoziale Ecke stellen, sollte man misstrauisch werden.

Hier die Guten, die endlich auch einmal die vielen ArbeitnehmerInnen von Pleite-Schlecker in Form einer Transfergesellschaft mit Millionen bedenken wollen und da die Bösen aus der FDP, die nur Hotels und Banken begünstigen.

Da scharren die Robin-Hoods der guten Parteien mit den Hufen und zeigen Klassenbewusstsein und Solidarität mit den jahrzehntelang unterdrückten ArbeitnehmerInnen bei Schlecker. Deren schlechte Arbeitsbedingungen haben noch selten in der Vergangenheit zu so viel Aufsehen und politischen Absichten geführt.

Wer den Sinn und Hintergrund einer Transfergesellschaft kurz und übersichtlich nachlesen möchte, dem empfehle ich Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Transfergesellschaft

Demnach sollten die Transfergesellschaften für die ArbeitnehmerInnen von Schlecker sechs Monate den Bezug des Arbeitslosengeldes aufschieben, falls die betroffene ArbeitnehmerInnen bis zum Ende dieser Zeit keinen neuen Arbeitsplatz gefunden haben sollten.

Wer in eine Transfergesellschaft übergeht, verzichtet aber auch auf Sozialplan, Abfindung und Kündigungsschutzklage.

Daher sind mögliche Käufer und Sanierer immer daran interessiert, ArbeitnehmerInnen dorthin zu überführen.

Das vermeidet Kosten und Rückstellungen in der Bilanz und verhilft dem betroffenen Untermehmen zu einer wesentlichen Wertsteigerung.

Auch wenn man kein Freund der FDP ist, sollte man nicht auf diesen Propagandazug aufspringen, der nur den ArbeitnehmerInnen von Schlecker am Ende schaden würde, weil:

  1. die ArbeitnehmerInnen auf Abfindungen verzichten würden, die die teilweise Lohnfortzahlung im Rahmen der Transfergesellschaft für sechs Monate aufwiegen können
  2. der Schlecker-Nachfolger  nach Sanierung/Verkauf ohne Sozialplanung ArbeitnehmerInnen nach seinem Gutdünken wieder einstellen kann oder eben nicht.

Transfergesellschaften sind  ein Instrument zur Unternehmenssanierung im Interesse des Unternehmens und der Kapitaleigner und nicht vordergründig zur Wahrung der Interessen der ArbeitnehmerInnen.

Also in diesem Sinne, fallt nicht auf die Krokodilstränen des Kurt Beck und anderer PolitkerInnen herein. Alles fauler Zauber…..

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