Archiv für Kommentar

Schweinskopfgrippe (Teil 1)

Posted in FATALFRAKTAL with tags , , , , , , , , , , , , , , on 19. November 2009 by fatalfraktal

Wie ein Virus lernte die Welt zu lieben

Ein besseres Kastrophenmarketing erfuhr wohl noch keine andere Grippeart als die Schweinegrippe.
Ihre Halbwertszeit in den Medien ist noch nicht annähernd erreicht. Tsunamis, Erdbeben, Hungersnöte lassen unser Mitgefühl schon nach kurzer Zeit (2 bis 4 Wochen) erkalten und sind nach Ablauf des so ermittelbaren Verfallsdatums keine Meldung mehr Wert. Wer will, zahlt bei dieser Gelegenheit einen Ablassbrief in Form einer Spende. Wir haben uns gegruselt und ein gutes Werk getan. Dazu sind Katastrophen schließlich da. Wir festigen unser Gutmenschenselbstbild und reinigen unsere sündige Wir-sind-im-reichen-Teil-der-Weltgeboren-da-kann-ich-schließlich-auch-nix-dafür-Seele.
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Eine Bundeskanzlerin ist keine Weihnachtsfrau

Posted in FATALFRAKTAL with tags , , , , , , , , , , , , , on 26. September 2009 by fatalfraktal

Die Diskussionen über den angeblich so „langweiligen“ Bundestagswahlkampf und die so „farblosen“ Politiker haben mich nachdenklich gemacht. Welchen Erlebnis- und Unterhaltungswert fordern wir eigentlich von den politischen Spitzenakteuren der Bundespolitik?

Erwarten wir öffentliche Gladiatorenkäpfe bis aufs Blut, persönliche Beleidigungen, ideologische Streitgespräche ohne Realitätssinn?
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TAZ-Umfrage / Hilferuf

Posted in FATALFRAKTAL with tags , , , , , , , , , , , , on 2. September 2009 by fatalfraktal

Ich lese gern die TAZ, und manchmal rege ich mich auch über sie auf. Aus einer Laune heraus habe ich eine Steinmeier-besucht-Bionade-und-darf-ich-Bionade-nun-nicht-mehr-trinken-online-Umfrage kommentiert, und daraus hat die TAZ liebenswerterweise einen Leserbrief gemacht.
Bionade
OK, ein bisschen Spaß muss sein 🙂

General Kießling gestorben

Posted in FATALFRAKTAL, GLBT with tags , , , , , , , , , , , , , on 29. August 2009 by fatalfraktal

Die Affaire Kießling kann als Paukenschlag der geistig-moralischen Wende der damals neuen Kohlregierung gewertet werden.

Gleichgültig, wer zu jener Zeit den Fels ins Rollen brachte -Homophobe Konservative im Westen oder gar der DDR-Geheimdienst, um den ehemaligen Befehlshaber der NATO-Landstreitkräfte zu diskreditieren- die deutsche Diskussion um die gesellschaftliche „Schädlichkeit“ von Homosexualität musste zum ersten Mal im Nachkriegsdeutschland sehr heftig und offen geführt werden.
(Zur Erinnerung der §175 war noch nicht abgeschafft und Homosexualität galt nach UNO-Definitition als Geisteskrankheit.)

Ob Herr Kießling nun tatsächlich schwul war, spielt für die Folgen der Affaire eine eher untergeordnete Rolle. Schwule in der Bundeswehr, heute offiziell kein Hinderniss mehr – damals undenkbar im wahrsten Sinne des Wortes. Der Umgang mit demThema Homosexualität in Bundeswehr im Jahr 1983 ist heute nur noch vergleichbar mit dem Thema schwule Fußballer in der Deutschen Bundesliga.

Der Fels, der losgetreten gebracht wurde, rollte den heuchlerischen Konservativen über die eigenen Füße. Die öffentliche Meinung folgte den Spießern aus Bonn nicht. Das tat wirklich gut!

Auch wenn wir „Andersartigen“ häufig immer noch Opfer von tätlichen Übergriffen sind, uns Arbeitgeber und Vorgesetzte in der Praxis benachteiligen und uns gleiche Bürgerrechte immer noch verwehrt sind, sind wir nicht mehr „wegzudenken“.

Der Fels rollt weiter!

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